Business-Klodeckel der Woche #5 Olympia soll immer noch schon wieder ins Ruhrgebiet

Sie können es nicht lassen. Über die Bürgermeister von Ruhrpott-Dörfern wie Recklinghausen oder Gelsenkirchen bis zur jeweiligen Landesregierung hinauf. Mittlerweile seit Jahrzehnten geistert die Idee von Olympischen Spielen im Ruhrgebiet durch die Köpfe der angeblichen Volksvertreter (hier ein wunderbarer Artikel der Ruhrbarone mit vielen kommunalen Hintergrundinformationen). Kaum an der Macht, fällt auch Armin Laschet dieser alte Hut ein.

Wir schaffen das! Ist ja nur Geld!

Das scheint die Denke der vollversorgten Politikerkaste zu sein. Dabei hat gerade NRW wahrlich genug andere Probleme und keines davon würde durch die Ruhr-Spiele gelöst. Was wird da nicht alles versprochen - nachhaltige Öko-Stadien, quasi kompostierbar, neue Straßen und blitzende Bahnen. Allein - wer soll das bezahlen? Mir fällt jetzt gerade keine Stadt ein, die sich durch die Austragung der Olympischen Spiele gesundgestoßen hätte.

NRW liegt am Boden. Ich wohne da. Zum Glück nicht im Ruhrgebiet, sondern am Niederrhein, aber gleich westlich des Rheins. Die Rheinbrücken - ewige Baustellen wie der Kölner Dom aber nicht so schön anzuschauen. Die Straßen und Radwege - verrottet und marode. Die Städte im Pott - gespenstische Stadt-Karikaturen, verfallen und mit jeder Menge No-Go-Areas (wer’s nicht glaubt, schlendere bitte mal durch Duisburg oder Bonn Bad Godesberg). Die Bevölkerung - schlecht ausgebildet, zu einem großen Teil seit Generationen von Sozialleistungen abhängig und zum Teil organisiert in Gegen- und Parallelgesellschaften. Unter Rot-Grün wollte man das nicht sehen. Alles war Multikulti, gerecht, gegendert. 

Das Geld anderer Leute wirft man immer gerne zum Fenster hinaus  Bild: privat



Farbentanz statt Arbeitsplätze.

Ein Paradebeispiel für diese Einstellung: Die jährlich stattfindende Nacht der Industriekultur. Da wird in alten Zechen und Betrieben Kunst geschaffen und performt was das Zeug hält. Eine ganze Welt von vom Staat alimentierten Künstlern und Musikern trifft dort - beifällig begleitet von ( zum Teil zwangsgebührenfinanzierten) Medien auf ein Publikum von Studienräten, Studenten und sonstigen Angehörigen der Bionade-Aristokratie. Es ist eine große bunte Filterblase und man möchte rufen “Aber er trägt ja keine Kleider” bzw. “Aber die Kleider zahlt alle der Steuerzahler!”.

Und das ist der Kern der Geschichte - die Hoffnung der Bürgermeister. Ein großer, sich aus fünf olympischen Ringen ergießender Schluck aus der Subventions-Pulle. Denn das ist man in NRW seit Jahrzehnten gewöhnt: das Leben auf Kosten anderer. Es wird nicht gelingen. Die Spiele werden nicht kommen und jeder ist gut beraten herauszufinden, warum diese Nebelkerze jetzt wieder geworfen wurde.

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