Neu in der Garage: ein Toyota Prius 2

Sag beim Abschied leise Servus. Nach genau 15 Jahren hat uns der TÜV in diesen Tagen von unserem Citroen C3 getrennt. Finanziell unerfahren hatten wir uns das Auto 2002 als Neuwagen (!) gekauft, was wir heute so niemals tun würden. Abgesehen vom Wertverlust halte ich Neuwagen für eine klassische Fehlallokation von Geld und da ich weiß, wo man Geld besser anlegen kann, kaufe ich Autos ungern und selten, aber manchmal muss es halt sein...

Glück im Unglück: der Verkäufer überredete uns seinerzeit noch zum Abschluss der Garantieverlängerung. Der Wagen war nämlich im Nachhinein gesehen sehr pannenanfällig und so musste während der verlängerten Garantie unter anderem das komplette Getriebe ausgetauscht werden. Eine Aktion, die uns ansonsten vor ernsthafte finanzielle Probleme gestellt hätte.

Insgesamt will ich aber nicht zu viel klagen. Da unsere beiden Töchter mit dem Wagen 'groß geworden' sind, hängen auch viele Erinnerungen daran. Z.B. wie wir es schafften, mit zwei Kleinkindern, Gepäck UND Kinderwagen in so einem Kleinwagen zu verreisen. Meine Frau und ich sind aber, was Autos angeht, weder romantisch veranlagt, noch ehrgeizig oder eitel. Und so zogen im Freundes- und Bekanntenkreis im Laufe der Jahre teils ansehnliche Kombis, "Pampers-Bomber", Limousinen oder sogar Sportwagen an uns vorbei. Es war ein Kommen und Gehen. Nur unsere grüne Knutschkugel blieb. 

Mit dem Alter kamen dann natürlich langsam die kleinen Wewehchen und Abnutzungserscheinungen. Immer mal kleine Reparaturen, während die Fixkosten nicht weniger wurden. In den letzten Jahren jedoch haben wir (Pro-Tipp!) die Versicherung von Teilkasko auf nur Haftpflicht reduziert, was einen deutlichen Spareffekt brachte. Bei einem größeren Schaden hätten wir den Wagen eh für schrottreif erklärt. 

A Propos Schrott: Es war zwar klar, dass Ende Juli 2017 Schluss sein würde wegen des TÜV, aber so richtig aktiv hatten wir uns noch nicht umgeschaut, Verdrängung quasi. Und so war es ein echter Zufall, wie wir zu unserem 'neuen' gekommen sind. Hierzu muss ich sagen, dass wir eigentlich immer zwei Wagen hatten. Als selbständiges Ehepaar mit zwei Kindern auf dem Lande, Geschäft und Wohnort immerhin gut 10 KM auseinander, ist man ohne zwei Autos doch sehr aufgeschmissen. Stichwort: Eltern-Taxi. Unser anderes Auto ist ein Toyota Corolla, fast so alt wie der Citroen, aber in viel besserem Zustand vor wenigen Jahren gebraucht aus der Verwandschaft übernommen. Es ist kein schönes Auto, aber unglaublich zuverlässig. 

Als ich nun letzte Woche wegen des TÜV mit dem Corolla zu unserer Toyota-Werkstatt musste, schaute ich mich in der Wartezeit auf dem Hof um, wo die Gebrauchtwagen stehen. Man staunt ja, was Gebrauchte immer noch so kosten; Preise deutlich über 10.000 EURO sind da fast schon Standard. Dann jedoch blieb ich hängen: ein Toyota Prius 2. 10 Jahre alt, 99.000 KM gelaufen, Preis deutlichst unter 10.000 €. Ich sendete ein Foto des Info-Blattes an meine Frau und der Rest ist Familiengeschichte.

Nicht mehr ganz neu aber ein nach wie vor überzeugendes Konzept - der Prius!  Bild: privat


Der Preis des Wagens ist so niedrig, dass wir ihn aus unseren Reserven auch hätten bar bezahlen können und dann wäre er natürlich noch etwas günstiger gewesen. Da ich es aber auch als Geschäftsmann hasse, keine oder zu wenige Reserven zu haben, kauften wir den Wagen per Finanzierung mit einer lächerlich kleinen Rate, da wir eine ganz gute Anzahlung leisten konnten. 

Beim Abschluss des Vertrages haben wir übrigens aus Neugierde zusammen mit dem Chef des Autohauses im Internet recherchiert, was die Prius 2 denn aktuell so kosten und ob es ein umfangreiches Angebot gibt. Ergebnis: es gibt Wagen in ähnlichem Alter mit weniger Kilometerleistung, die kosten dann aber gleich deutlich über 10.000 €. Oder Exemplare, die noch etwas günstiger sind, dann aber z.B. schon 180.000 KM runter haben. Dazu kam, dass die nächsten vergleichbaren Fahrzeuge in Sachsen, Bayern und Frankreich standen. Nicht SO praktisch. Insgesamt war das Angebot recht dünn und Cheffe erzählte noch, dass sie wegen der "Diesel-Geschichte" akutell sogar ständig versuchen, Hybrid-Fahrzeuge gebraucht aufzukaufen, weil zumindest bei diesem Toyota-Händler der Hybrid-Anteil beim gesamten Verkauf mittlerweile bei gut 70% liegt.

Zum Wagen:

Vorab muss man sagen, dass auch und gerade der Prius 2 keine echte Schönheit ist. Eine mit mir verheiratete Frau hat ihn sogar als "potthässlich" bezeichnet, was ich nicht nett fand. Ich möchte ihn als bieder bis unsexy bezeichnen.

Aber: ich hätte nie gedacht, mir solch einen Wagen mal 'leisten' zu können. Die Geschichte des Prius als ersten wirklich serientauglichen Hybriden verfolge ich schon von Anfang an. Mittlerweile ist man ja schon beim Prius IV als echten Plug-In Hybrid angekommen. Unser 2er ist noch der 'alte' Hybrid, der sich nur durch den Motor bzw. die Bremsenergie auflädt. Technisch ist der Wagen tadellos und wir trauen ihm noch deutlich mehr als 100.000 weitere Kilometer zu. Bei meiner monatlichen Kilometerleistung werde ich in Zukunft wahrscheinlich nur noch alle 6 bis 8 Wochen tanken müssen und auch die Automatik ist sehr angenehm, wenn auch für Schalt-Fahrer am Anfang gewöhnungsbedürftig. In den ersten Wochen muss ich jetzt aufpassen, dass ich mich nicht vom großen Touch-Display mit den ganzen Statistiken und Grafiken ablenken lasse, aber das wird schon klappen. Da der Wagen doch schon 10 Jahre alt ist, gibt es außer Radio und CD-Player (immerhin MP3-fähig) keinen weiteren tollen Technik-Schnickschnack. Kein USB- oder Klinken-Eingang, kein Bluetooth etc.

Jetzt noch zwei Links:

Im Forum der Prius-Freunde hatte ich vor Jahren schon mal mitgelesen. Hier geht es um technische Details und immer neue Reichweiten-Rekorde pro Tankfüllung. Auch diesen 500 Tage Erfahrungsbericht kann ich interessierten Lesern empfehlen.

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